Gute Fragen machen Dich zum Rhetorik-Champion

Kinder trauen sich Fragen zu stellen. Und wir…??

Kinder stellen sogar ganze Fragen-Serie, die sich rund um das Wörtchen „Warum“ drehen.

Dies erfordert zwar oft Geduld, ist für die Fragenden jedoch oft ein Gewinn.

Und bringt uns selbst auch ein Stück weiter, da wir uns wieder einmal mit Dingen beschäftigen, die ins Hintertreffen geraten sind.

Aber auch für Erwachsene gilt: Fragen sind wertvoll.

Denn wer fragt, der führt.

Und er erfährt Neues von seinem Gegenüber.

Häufig ist es für den Befragten auch positiv, wenn er das Interesse des anderen an „seinem“ Thema spürt. 

Sei auch einmal wieder ein bisschen neugierig.

Erkundige Dich bei Deinem Gesprächspartner nach seinen Vorlieben…

…nach Hobbys…

…nach Ansichten…

…oder anderen Dingen, die Du von ihm noch nicht weißt.

Du wirst staunen, wie leicht und flüssig ein Gespräch läuft, wenn Du Dir nicht immer überlegen mußt, welche Statements Du abgeben willst, sondern Dich einfach einmal zurücklehnst, während die andere Person über sich erzählt.

überholte These 1: Fragen heißt ‚Ich weiß nichts‘!?

Leider gibt es immer noch Situationen, in denen eine Frage mit mitleidigen Blicken und unverständigen Kommentaren, wozu das denn jetzt sein müsste, begleitet wird.

Dabei ist es gut, sich in einer laufenden Diskussion oder bei Vorträgen mit einer Frage zu Wort zu melden.

Geht es um Verständnisfragen, so sind mindestens ein Drittel der Anwesenden dankbar, dass jemand die Frage stellt, die sie auch haben.

Und wenn die Frage darauf abzielt, weiterführende Informationen zur Vertiefung zu erhalten, so ist dies auch wichtig, um in der Diskussion weiterzukommen.

Es heißt in den seltensten Fällen, dass der Fragende vom Thema keine Ahnung hat.

Es zeigt dem Redenden eher auf, wo er eventuell zu kurz gegriffen hat oder unverständlich erklärte.

Probier es aus – Du wirst sehen, dass eine Frage oft mehr Dynamik in eine Debatte bringt.

Außerdem wirst Du von vielen Anwesenden Respekt erhalten, weil Du ein eventuell problematisches oder anspruchsvolles Thema angesprochen hast.

Es erfordert ein wenig Übung, sich in laufende Diskussionen mit Fragen einzubringen, aber es ist in jedem Falle die bessere Option, als mit offenen Fragen aus der Runde zu gehen.     

überholte These 2: Fragen stellen schadet meinem Ansehen.

Als Führungskraft wird von Dir oft eine Antwort auf alles erwartet.

Denn Du mußt es ja wissen…wer sonst?

Dies ist jedoch oft ein Trugschluss.

Natürlich gibt es für jedes Gebiet Fachleute oder zumindest Mitarbeiter, die sich mit einem Thema intensiver befasst haben als Du…

…oder sich für ein Thema mehr interessieren.

Das ist völlig normal.

Es ist also nun an Dir, das für Dich relevante Wissen zu erfahren.

Natürlich ist es sinnvoll, sich über alle Bereiche, die Du inhaltlich betreust, einen groben Überblick zu verschaffen.

Aber Du kannst natürlich nie so tief in ein Thema eindringen, wie es der Fachverantwortliche tut (es sei denn, es ist Dein Steckenpferd oder Thema Deiner Abschlussarbeit im Studium gewesen).

Mit den richtigen Fragen wirst Du den Respekt Deiner Mitarbeiter, Kunden und Partner erhalten, da Du Dich mit einem Thema auseinandersetzt und hierzu mehr Informationen erhalten willst.

Dies wird Dein Gegenüber freuen, da er sich zu seinem Fachgebiet äußern kann und ihm die Möglichkeit gegeben wird, sein Wissen preiszugeben.

Wo hat man hierzu schon häufig die Chance?

Also – frage lieber mehr als zu wenig – Du wirst einem Menschen damit Deine Anerkennung für sein Know-how zeigen und freudige Reaktionen des anderen verspüren, weil Du sich für sein Thema interessieren und sich damit auseinandersetzen wollen.