Ein Grund für kurze Sätze!

Worte verleihen Macht, Sätze sind für Weicheier…

Es scheint ganz einfach zu sein, mit wenigen Worten ganz viel auszulösen.

Vor ein paar Jahren hat die BILD-Zeitung auf der ersten Seite mit drei Worten gezeigt, wie es gelingt, Menschen zu begeistern.

Das hier war passiert: Kardinal Ratzinger aus Bayern war zum Oberhaupt der katholischen Kirche bestimmt worden. Über dem Vatikan stieg weißer Rauch auf. Das Zeichen für die Welt, dass der neue Papst gewählt ist.

Und auch wenn Du nicht täglich die Bildzeitung in die Hand nimmst – ich wette, Dir fällt sofort die Schlagzeile der BILD-Zeitung von damals ein…

…WIR SIND PAPST!

Das ist Macht durch Worte in Reinkultur.

Niemand konnte sich dem entziehen. Jeder kannte den Satz.

Und auch wenn ich Jahre später nach der Schlagzeile frage, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Von dieser Schlagzeile können wir Rhetoriker viel lernen:

Lehre Nummer 1:

Lass überflüssiges Wissen weg.

Sicherlich ist es spannend, dass viele Jahre davor nie ein Kirchenmann aus Deutschland auf dem Chefsessel im Vatikan saß.

Es waren 480 Jahre um genau zu sein. Sicher ein spannendes Detail, aber nichts was andere Menschen packt.

Erwähne nur die Zahlen, Daten und Fakten, die Dein Zuhörer wirklich wissen muss. Alles andere weglassen!

Lehre Nummer 2:

Sag es einfach.

Das ist der Erfolgsfaktor, den Menschen kennen, die wir verstehen. Sie sagen es einfach.

Die BILD-Zeitung hätte auch schreiben können „Kardinal Ratzinger wechselt auf den Stuhl des Pontifex“. „Gut“ wirst Du jetzt sagen…

…weiß ich doch, dass „Pontifex“ ein anderes Wort für Papst ist.

Klar, Du weißt das…aber nicht jeder kennt diesen Begriff. Und wenn es ein einfacheres Wort gibt, dann benutze das.

Lehre Nummer 3:

Nutze Worte mehrfach.

Du hast in der Schule gelernt, dass Du kompetent rüberkommst, wenn Du für ein uns dasselbe Ding verschiedene Worte benutzt.

Dein Lehrer wird von Deiner Wortgewalt begeistert gewesen sein. Stil, Wortwahl, Satzbau…das sind Glücksmomente für Lehrer.

In der Schule nehmen sich Lehrer allerdings auch die Zeit und lesen Texte Wort für Wort. Da kannst Du punkten mit Vielfalt.

Was fällt Dir für Papst so alles ein?

Lass uns mal sehen: Papst, Oberhirte, Pontifex, Vertreter Gottes, und sicher gibt es noch mehr.

Wenn Du immer das gleiche Wort verwendest – egal welches – kann das Gehirn von Deinen Zuhörern allerdings begreifen, dass ein- und dieselbe Person gemeint ist.

Und da es im Businessalltag es schnell gehen muss, kommst Du hier nicht drumrum. Im Business muss jeder Satz sitzen. Wenn Du etwas schreibst, kann das Auge des Lesers wenige Worte schneller verarbeiten.

Mein Patentrezept: wenn Du sprichst gilt…einfache und kurze Sätze! Und wenn Du schreibst auch…